Bildungslabor: Projekt „Philosophieren mit Kindern“

Die Etablierung des Philosophierens mit Kindern als ein wichtiges Bildungsprinzip demokratischer Gesellschaften nimmt seit den 1970er Jahren weltweit zu: ob als Unterrichtsfach schon ab der Volksschule, als zu integrierendes Unterrichtsprinzip für viele Fächer oder als integrationsfördernde Projektmöglichkeit. Wenn Kinder philosophieren lernen, dann lernen sie genau zu zu hören, genau wahrzunehmen, die Perspektive anderer Sichtweisen einzunehmen und sie lernen vor allem, ihre Meinungen in einem ergebnisoffenen Prozess argumentativ zu vertreten. 

Dies sind wichtige Schlüsselkompetenzen für die Herausforderungen einer globalen und interkulturellen Welt. 

Mit Kindern zu Philosophieren ist jedoch nicht einfach. Für viele PhilosophInnen ist es deshalb „the real test“, der zeigt, ob man selbst überhaupt philosophieren kann. Ziel der Veranstaltung ist es, angehenden Lehrkräften hierfür die wichtigsten Kompetenzen zu vermitteln. Dazu zählen das Einüben in philosophische Denkmethoden, das Herstellen einer Gesprächskultur, die kreative Erstellung eigener Unterrichtsmaterialien und Diskussionspläne sowie die Durchführung des Erlernten mit den Kindern der Praxisvolkschule Nonntal.

Das Projekt „Philosophieren mit Kindern“ möchte darüber hinaus durch empirische Erhebungen an wichtigen Forschungsfragen arbeiten. Dazu zählt z.B. im Rahmen der Lehrkräfteprofessionsbildung die Analyse von Gesprächsführungsverläufen, um suggestive und indoktrinative Elemente zu identifizieren, die einer ergebnisoffenen und/oder inhibierenden Gesprächskultur zuwiderlaufen.

Bildungslabore Nonntal (BLN)

Die Salzburger Bildungslabore sind ein Kooperationsprojekt von Paris Lodron-Universität Salzburg und Pädagogischer Hochschule Stefan Zweig Salzburg, gefördert vom Land Salzburg.

Die Salzburger Bildungslabore entwickeln, planen, erproben und dokumentieren auf der Basis aktueller Forschung nach internationalen Standards neuartige Lehr- und Lernprozesse für das österreichische Bildungswesen. Es möchte alle hier involvierten Gruppen in konkreten Projekten ins Gespräch und auf Augenhöhe zur Kooperation bringen: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Studierende der Lehramtsfächer, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bildungswissenschaften, Fachwissenschaften und Fachdidaktiken.

Die Salzburger Bildungslabore bündeln die wissenschaftliche und pädagogische Expertise am Standort Salzburg; es ist die einzige Institution ihrer Art in Österreich und will ein „Leuchtturmprojekt“ für neue Lehr- und Lernformen sein. Es soll einen „thirdspace“ eröffnen, in dem neue Begegnungs- und wechselseitige Lernprozesse der beteiligte wird als außerschulischer Lernort Gruppen stattfinden können.

Die Salzburger Bildungslabore setzen an der Lehramtsausbildung als einer Schlüsselstelle für Innovationen im Bildungssystem an. Von hier aus werden Angebote in verschiedenen Formaten mit und für Schulen entwickelt, wobei das Labor mit seiner Expertise auch auf Anfragen, Anregungen, Bedürfnisse und Angebote aus Schule und Hochschule reagiert. Die Formate der Labore reichen von punktuellen Veranstaltungen (z.B. Diskussionsveranstaltungen) bis zu semesterlangen Kooperationen. Gelungene Projekte sollen auch in die Lehrer*innenfortbildung Eingang finden.

Alle Bildungslabor-Initiativen haben gemeinsam, dass sie

  • die demokratische, partizipative und kulturelle Dimension aller Bildungsprozesse in den Vordergrund stellen und fördern;
  • in ihrer Anlage die sprachliche und historische Konstruktivität des Wissens, seiner institutionellen und sozialen Kontexte und seiner ‚Gegenstände‘ mitbedenken und sichtbar machen;
  • Lern- und Bildungsprozesse anleiten, verbessern, beobachten, reflexiv begleiten und in angemessener Form bildungswissenschaftlich dokumentieren, didaktisch aufarbeiten und als Modelle samt dazu entwickelter Materialien für die Schulpartner eines Projektes und die Studierenden auf gemeinsamen elektronischen Plattformen verfügbar machen;
  • Lernprozesse als kreative, selbstgesteuerte und selbstermächtigende kulturelle Prozesse verstehen;
  • mindestens zwei Gruppen unterschiedlicher institutioneller Verortung (Schule, Wissenschaft, LehrerInnenbildung; FD, FW, BIWI, Studierende, LuL, SuS) involvieren und in einen thematischen Dialog treten lassen;
  • Bildungsprozesse und Ergebnisse, Produkte etc. von Studierenden und Schülerinnen und Schülern auch für die Öffentlichkeit sichtbar machen,